18.06.06 – Hagelschaden

 

Langerwünschter Niederschlag in unerwünschter Form:
Unwetter über Jollling – Hagelschaden auf unseren Feldern

Der langerwünschte Niederschlag brach heute am späten Nachmittag in unerwünschter Form über unsere Felder ein: als kräftiger Hagel.

Die Schäden sind nicht unerheblich, wir müssen mit grösseren Ausfällen rechnen. Genaueres können wir im Laufe der nächsten Tage sagen, wenn wir sehen, was sich erholen kann und welchen Pflanzen es gänzlich das Licht ausgehagelt hat. Erntereife Gemüse wie beispielsweise Salat und Mangold hat es mehr oder weniger gänzlich zerschossen, Gemüse wie Fenchel oder Kohlrabi sollten es überstehen, wenn auch mit grösseren Einschussnarben. Bei den jüngeren Kulturen muss man sehen, wen es final ins Herz getroffen hat und wer sich noch regenerieren kann.

Wir werden jedenfalls am Freitag den Gemüsekorb nicht in der angekündigten Weise befüllen können. Weitere Ernteprognosen können wir aus oben genannten Gründen noch nicht erstellen.

 

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Der Hausgarten kurz nach dem Unwetter. Zeitweise lagen an manchen Stellen bis zu 3 cm Hagel. Hier auf dem Bild zu sehen – wenn auch kaum mehr zu erkennen – von links nach rechts: Mangold, Buschbohnen und Ciabattasalat.
Beim Mangold hats die Ernte wohl mehr oder weniger zerbröselt, die Buschbohnen werden sich aller Voraussicht nach erholen, wobei sie (und damit der Erntebeginn) um einige Wochen zurückgeworfen wurden, der Salat war vermutlich schon zu gross, um sich aus seinem Herzen wieder zu regerieren.

 

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Der erntereife Salat, den es am Freitag geben sollte, ist überwiegend in den Aggregatzustand smothie übergegangen.

 

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Der Hirschhornwegerich hat sich wohl recht gut gehalten und sollte wiederauferstehen, der Salat dazwischen eher nicht.

 

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Das ist besagter Mangold, den es Freitag geben sollte, wir hoffen aber, dass man die geknickten, zerlöchterten Blätter noch ernten und verzehren kann – sofern sie nur glatte Durschschüsse erlitten haben und nicht auf den Boden gedrückt zu Brei gedroschen wurden.

 

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Der Fenchel lässt das Haupthaar leicht hängen, dürfte sich aber erholen.

 

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Bei den Lauchzwiebeln hat es etliche Blätter aufgeschossen oder abgeknick. Auf den Markt bräuchten wir sie nicht mehr zu schleppen, aber in einer Solawi tut es zum Glück keinen Abbruch, denn sie haben an Schönheit zwar sehr gelitten, dürften in der Substanz aber gut überlebt haben.

 

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Die Zucchinipflanzen sehen traurig aus, sind es aber nicht, denn sie werden sich schnell erholen.

 

Wir Wirkenden sehen jetzt vielleicht auch alle etwas traurig aus, aber uns hat es nicht zerschossen und wir werden uns erholen. Und alles tun, um das verletzte Gemüse wieder aufzupeppeln.

Die Schäden am Unkraut können wir noch nicht absehen.

Der leicht ironische Duktus im Bericht soll nicht wie wurstiger Sarkasmus oder Gleichgültigkeit rüberkommen.
Wir arbeiten in der Natur, mit der Natur – und die Natur mit ihren Launen und Phänomenen ist massgeblicher Gestalter in unserem Projekt, mit dem wir arbeiten, kooperieren, den wir immer wieder gestalterisch zu überlisten versuchen – und der uns eben auch mal gewaltig einen reinhauen kann. Daher haben wir beschlossen, die Sache gelassen zu nehmen, das Beste draus zu machen und uns nicht verdriessen oder gar die Freud an unserer Arbeit nehmen zu lassen.
Mit dieser inneren Haltung werden wir den Überlebenden die beste Reha angedeihen lassen, die ein Gärtner und all die unterstützenden Hände aus dem Kreise der Mitglieder ambulant aufs Feld tragen können.

In diesem Sinne: Menschen und Pflanzen, Kopf hoch! Lebbe geht weider!

 

PS: Wir hatten wohl noch Glück im Unglück: ein Mitglied aus Seebruck, das jetzt mit Beulenauto herumfährt, berichtet von fast golfballgrossen Hagelkörnern.

 

 

Bilder und Videos: Johannes
Bericht: Gerd